Als stärkste politische Jugendorganisation des Landes ist die Junge ÖVP Oberösterreich mit drei Abgeordneten im oberösterreichischen Landtag und mit mehr als 350 Junggemeinderäten und zahlreichen Gemeindevorständen in den Gemeindestuben vertreten. Die Junge ÖVP ist ein lautes Sprachrohr für die Jungen in den politischen Gremien. Dort will sie mitreden, mitgestalten und mitentscheiden!
Der Leitantrag – das Zukunftsprogramm der JVP – ist in 14 zentrale Themen unterteilt, angefangen von Vorschlägen für ein gelungenes Miteinander der Generationen – oder von Menschen unterschiedlichster Herkunft – über neue Ideen im Bereich der Mobilität bis hin zu Reformvorschlägen im Bildungsbereich. Mit den Forderungen will die JVP die Anliegen der Jungen auf den Punkt bringen und Lösungsvorschläge bieten. Ein engagiertes Team aus dem großen Freundeskreis der Jungen ÖVP Oberösterreich und viele motivierte, politische Köpfe aus den Orts- und Bezirksgruppen sind der Garant dafür, dass diese Ziele verfolgt und auch verwirklicht werden.
Bildung
Schule hat die Aufgabe, junge Menschen auf ihr späteres Leben bestmöglich vorzubereiten. Dafür benötigt es die besten Lehrer, einen zeitgemäßen Unterricht und ein Umfeld, das nicht nur Lernfreude, sondern auch Gemeinschaft fördert.
Lehrerausbildung Neu
Über Jahre hinweg prägen Lehrer junge Menschen. So fordert die Junge ÖVP Oberösterreich eine Lehrerausbildung NEU, die garantiert, dass künftig alle Pädagogen durch eine gemeinsame Ausbildung über ausreichendes pädagogisches und fachliches Wissen verfügen. Derzeit erhalten Volks- und Hauptschullehrer eine Ausbildung mit pädagogischem, Lehrer höherer Schulen eine Ausbildung mit fachlichem Schwerpunkt. Weiters müssen ein verbessertes Auswahlverfahren zu Beginn und mehr Praxis während des Studiums dafür sorgen, dass nur jene Lehrer werden, die tatsächlich dafür geeignet sind. Doch auch danach muss regelmäßige Weiterbildung basierend auf den Ergebnissen eines verpflichtenden Lehrerfeedbacks sichergestellt sein! Im Bereich der Schulautonomie fordert die Junge ÖVP Oberösterreich eine Stärkung der einzelnen Schulen und vermehrte Budget–, sowie Personalhoheit.
Bildungssystem der Vielfalt
Das Bildungssystem lebt besonders von den unterschiedlichen Ausrichtungen der Schulen. Es muss Vielfalt, Wahlfreiheit und Durchlässigkeit bieten. Individualität muss gefördert werden und es darf keinesfalls zu einem Einheitsbrei verkommen. Insofern begrüßt die Junge ÖVP Oberösterreich die Ausweitung von Angeboten wie Ganztagsbetreuung oder Schaffung von Schulversuchen wie die der Neuen Mittelschule, sofern diese auch ausreichend evaluiert werden und das differenzierte Schulsystem weiter bestehen bleibt. Eine verpflichtende Gesamtschule, ungeachtet der Fähigkeiten und Talente einzelner Schüler, ist, ebenso wie eine verpflichtende Ganztagsbetreuung, derzeit klar abzulehnen.
Politik beeinflusst sämtliche Bereiche des Lebens und hat für alle Menschen weitreichende Auswirkungen. Umso wichtiger ist ein sensibler Umgang mit Politik. Künftig muss dies das eigene Fach Politische Bildung ab der achten Schulstufe sicherstellen. Um Politik möglichst lebensnah und aktuell zu vermitteln, leiten die eigens ausgebildeten Lehrer den Unterricht vor allem als offene Diskussionsplattform. Darüber hinaus sollen über die vermehrte Abhaltung von Schülerparlamenten sowie durch regelmäßige Parlamentsbesuche oder Besuche von Institutionen der Europäischen Union demokratische Prozesse lebendig nähergebracht werden. Nach dem Herabsetzen des Wahlalters auf 16 ist es nur logisch, dass Jugendliche auch bei der Wahl ihrer Vertretungskörper, wie bei Betriebsrats- oder Arbeiterkammerwahlen, ihre Stimme mit 16 Jahren abgeben dürfen.
Schulpsychologie
Für über 220.000 Schüler in Oberösterreich sind die derzeit rund 26 Schulpsychologen klar zu wenig. Dabei treten Probleme, angefangen bei physischer Gewalt bis hin zu Burn-Out, immer häufiger auf. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert daher mehr Schulpsychologen mit fixen Sprechstunden an den Schulen. Außerdem sollen künftig an jeder Schule mehr Vertrauenslehrer, die gesetzliche Schülervertretung und ausgebildete Peers als kompetente Ansprechpartner bei Problemen dienen.
Lehre
Lehrlinge sind die Facharbeiter der Zukunft und leisten bereits während ihrer Ausbildung einen unverzichtbaren Beitrag für das Wirtschaftsland Oberösterreich. Gerade deshalb ist es der Jungen ÖVP Oberösterreich ein besonderes Anliegen, sich für sie einzusetzen und ihre Interessen zu vertreten.
500,- Euro Mindestlehrlingsentschädigung
Viel zu viele Lehrlinge werden äußerst niedrig entlohnt. Zahntechniker verdienen im 1. Lehrjahr laut Kollektivvertrag beispielsweise nur 243,- Euro. Während es in Österreich eine gesetzliche Existenzsicherung gibt, ist bei den Lehrlingsentschädigungen nach unten keine Grenze vorgesehen. Deshalb fordert die Junge ÖVP Oberösterreich eine Mindestlehrlingsentschädigung von 500,- Euro im ersten Lehrjahr, denn Lehrlinge verdienen nicht nur Wertschätzung, sondern auch eine gerechte Bezahlung für ihre wertvolle Arbeit.
Quelle: AMS Berufslexikon
Lehre mit Matura
Um in der heutigen Arbeitswelt bestehen zu können, ist es wichtig, sich stetig weiterzuentwickeln und weiterzubilden. Ein erfolgreiches Modell zur Weiterbildung ist das System der „Lehre mit Matura“. Kostenlos neben der Lehre auch die Matura machen zu können, ist die beste Gelegenheit, sich für zukünftig ändernde Ansprüche am Arbeitsmarkt zu rüsten. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert eine weitere Förderung und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die „Lehre mit Matura“. Außerdem soll eine Evaluierung die Qualität dieses Ausbildungsweges sicherstellen.
Internatsausgehzeiten
Das oberösterreichische Jugendschutzgesetz ermöglicht es Jugendlichen ab 16 Jahren, bis in die Morgenstunden auszugehen. In den Internaten der Berufsschulen herrscht allerdings schon um 22.00 Uhr Bettruhe. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert im Sinne der Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit der Jugendlichen eine Reform der Rahmeninternatsordnung, um für Jugendliche die Ausweitung der Ausgehzeiten zu ermöglichen.
Echte Lehrlingsfreifahrt
Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert eine echte Lehrlingsfreifahrt. Es darf nicht sein, dass Berufsschüler für die Anreise zur Schule oder zum Internat mehr zur Kasse gebeten werden als Schüler höherer Schulen. Lehrlingen soll auch die Benützung von Schulbussen ermöglicht werden. Weiters muss es fi nanzielle, indexmäßig wertangepasste, Unterstützungen für alle Lehrlinge in Form von Beihilfen geben. Zum Beispiel für Strecken, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden können.
Pflegeberuf Lehre
Die Leistungen der Menschen im Gesundheits- und Pfl egebereich stellen für die gesamte Gesellschaft einen hohen Wert dar. Die zunehmende Alterung und höhere Lebenserwartung der Bevölkerung zeigt in vielen Bereichen des Lebens bedeutende Auswirkungen, speziell aber im Gesundheits- und Sozialbereich. Für den Bereich der Pflege muss zunehmend die öffentliche Hand Verantwortung übernehmen, was den Bedarf an qualifizierten Pflegekräften merklich erhöht. Oftmals ist es für Jugendliche aber nicht attraktiv, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Die Belastung, die solche Jobs mit sich bringen, ist sehr hoch, die Bezahlung allerdings niedrig. Bei jungen Menschen muss die Begeisterung geweckt werden, sich für soziale Berufe zu entscheiden. Das Spektrum der Pflegeausbildung gehört dahingehend verändert, dass es für junge Leute attraktiv wird, diesen Beruf zu erlernen. Dazu gehört für die Junge ÖVP Oberösterreich, dass junge Menschen nicht mehr bis zum 17. Lebensjahr warten müssen. Der Pflegeberuf muss als Lehrberuf gesetzlich verankert werden.
Quelle: WIFO
Forschung und Wissenschaft
Oberösterreich verfügt über ein ausgezeichnetes Bildungsangebot. Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen, Johannes Kepler Universität, Katholisch-theologische Privatuniversität, Kunstuniversität und Bruckneruniversität bieten ein breites Ausbildungsangebot auf höchstem Niveau. Dieses Bildungsangebot wird von vielen jungen Oberösterreichern genutzt, denn Bildung schafft Chancen für jeden Einzelnen und für unser ganzes Land. Um eine gute Zukunft für Oberösterreich zu sichern, muss das Bildungsland Oberösterreich weiter ausgebaut und gestärkt werden.
Universitätsstandort Linz - Medizin-Uni
Linz soll ein Volluniversitätsstandort werden. Das beinhaltet, neben dem Bau einer Medizinischen Universität in Linz, die Schaffung einer geisteswissenschaftlichen Fakultät. In den kommenden Jahren ist mit einem massiven Medizinermangel zu rechnen, so besteht ein jährlicher Bedarf von insgesamt 1.600 Universitätsabsolventen in Österreich. Jedoch werden auf Grund der begrenzten Ausbildungsplätze, der Quotenregelung und hoher Drop-out-Raten mehr als 800 Absolventen fehlen, um den Bedarf zu decken. Um die medizinische Versorgung der Oberösterreicher auch weiterhin gewährleisten zu können, ist eine Medizin-Uni in Linz unerlässlich.
Quelle: www.meduni-linzooe.at
Sicherung der Qualität der Lehre
Investitionen in die Ausbildung sind besonders in Krisenzeiten wichtig. Die oberösterreichischen Bildungseinrichtungen sind daher auf Dauer mit notwendigen fi nanziellen Mitteln auszustatten, um die Lehre auf hohem Niveau und die benötigte Infrastruktur bereitstellen zu können. Die Qualität der Lehre hat auch weiterhin im Mittelpunkt der Ausbildung zu stehen. Ein adäquates Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden stellt einen wichtigen Beitrag zur Schaffung optimaler Studienbedingungen für Studierende dar.
Forschung und Entwicklung
Wissenschaft und Forschung bilden eine der Grundvoraussetzungen für die positive Entwicklung einer Region. Gut ausgebildete Menschen, exzellente universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sind wichtige Bestandteile des Erfolges des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich. Die Erhöhung der Forschungsquote auf vier Prozent und eine neue Forschungsoffensive werden unerlässliche Maßnahmen zur Stärkung und Weiterentwicklung Oberösterreichs bilden. Die Kooperationen von Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen mit der Wirtschaft sollen vorangetrieben werden. Durch die Nutzung von Synergien kann ein deutlicher Mehrwert für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Oberösterreich entstehen.
Quelle: Eurostat
Arbeit
Arbeit und Bildung sind zwei essentiell miteinander verknüpfte Bereiche unseres täglichen Lebens. Eine gute Ausbildung vor dem Übergang in die Arbeitswelt und eine stetige Weiterbildung im Beruf sind die besten Voraussetzungen am Arbeitsmarkt. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird deutlich, dass Ausbildung, lebenslanges und berufsbegleitendes Lernen immer mehr zum Schutzmantel gegen Arbeitslosigkeit werden. Neben einem breiten (Aus-)Bildungsangebot bedarf es aber auch professioneller Förderprogramme für arbeitsuchende junge Menschen. Das JobCoach-Modell des Jugend-Service des Landes Oberösterreich kann hier als Vorbild für weitere Initiativen dienen.
Ausbildungspflicht
Für Jugendliche, die über keinen positiven Pflichtschulabschluss bzw. keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung verfügen, ist es am Arbeitsmarkt besonders schwierig, denn sie sind am ehesten von Arbeitslosigkeit betroffen. Nach der neunjährigen Schulpflicht muss es deshalb auch gelingen, eine dreijährige Ausbildungspflicht gesetzlich zu verankern. Mit der Ausbildungspfl icht bis zum 18. Lebensjahr sollen die Job- und somit auch die Zukunftschancen von jungen Menschen erhöht werden. Begleitend dazu sollen zielgerichtete Anreize für bildungsferne Bevölkerungsgruppen geschaffen werden, um ihre Motivation für eine abgeschlossene Ausbildung zu steigern.
Besserstellung von Praktika und dem freiwilligen sozialen Jahr (FSJ)
Praktikanten werden in der Wirtschaft oftmals nur als günstige Arbeitskräfte gesehen, deren Entlohnung nicht in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Tätigkeit steht. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert eine Besserstellung von Praktikanten in Bezug auf die Entlohnung und die soziale Absicherung. Diese Verbesserung soll auch auf das FSJ ausgeweitet werden. So sollen junge Menschen, die ein FSJ absolvieren, künftig die Familienbeihilfe erhalten. Weiters soll der Anspruch auf die gleichen Vergünstigungen und Förderungen im öffentlichen Leben (z. B. öffentlicher Verkehr) wie für Präsenz- und Zivildiener gelten. Dies bedeutet auch eine Anrechnung der Zeiten des FSJ für die Berechnung von Selbsterhalterstipendien.
Sicherer Arbeitsverhältnisse für Junge
Zum einen muss das Einkommen beim Berufseinstieg deutlich höher sein. Viele junge Menschen stehen beim Berufseinstieg meist mitten in der Eigenheim- oder Familiengründung. Um die Situation von jungen Menschen – besonders von Jungfamilien – zu verbessern, ist eine Änderung der Lebenseinkommenskurve fair und notwendig. Als Vorbild soll das bereits im öffentlichen Dienst umgesetzte Modell dienen. Zum anderen fordert die Junge ÖVP Oberösterreich Verbesserungen, wenn es um unsichere Arbeitsverhältnisse wie Leasing- und Leiharbeit oder befristete Verträge wie etwa für Junglehrer in den ersten fünf Jahren geht.
Familie
Kinder sind Zukunft. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wagen aber immer weniger Junge den Schritt zur Familiengründung. Die niedrige Geburtenrate ist ein deutliches Signal, daher sind alle Schritte von großer Bedeutung, die das Gründen einer Familie erleichtern. Denn sie stellt einen der höchsten Werte in unserer Gesellschaft dar.
Kinderbetreuung
Um jungen Menschen die Gründung einer Familie zu erleichtern, ist es notwendig, ausreichend Kinderbetreuungseinrichtungen anzubieten. Der beitragsfreie Kindergarten ist ein erster wichtiger Schritt dazu. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert den weiteren Ausbau und die Förderung von Krabbelstuben, Tagesmütter-Diensten und ähnlichen Kinderbetreuungseinrichtungen. Um dieses Angebot für Jungmütter und Jungväter, die sich in Ausbildung oder im Berufsleben befinden, zu optimieren, ist es notwendig, die Zeiten dieser Betreuungseinrichtungen möglichst fl exibel zu gestalten.
Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ausbildung
Familien haben das Recht auf bestmögliche Rahmenbedingungen. Um jungen Vätern und Müttern, vor allem alleinerziehenden, eine bestmögliche Vereinbarkeit ihrer familiären Tätigkeiten mit ihrem Berufs- oder Ausbildungsleben zu ermöglichen, sind nicht nur flexible Betreuungseinrichtungen, sondern auch optimale Ausbildungs- und Berufsbedingungen notwendig. Daher fordert die Junge ÖVP Oberösterreich den Ausbau bedarfsorientierter Kinderbetreuung und flexible Arbeits- und Ausbildungszeitmodelle für Wiedereinsteiger.
Väterkarenz
Die Väterkarenz wird derzeit noch sehrwenig angenommen, obwohl es in der Vergangenheit sehr positive Entwicklungen hinsichtlich der nutzbaren Modelle gegeben hat. Die Junge ÖVP Oberösterreich begrüßt diese Verbesserungen, fordert aber eine verstärkte Bewusstseinsbildung bei den Vätern, um die Zahl der karenzierten Männer in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen.
Familienrecht
In einer sich wandelnden Gesellschaft gibt es Familien in vielen unterschiedlichen Erscheinungsformen und Konstellationen. Momentan besitzen Männer und Frauen bei einem gemeinsamen Kind im Falle einer Trennung nicht die gleichen Rechte. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert die Umsetzung einer gemeinsamen Obsorge und damit gleiche Rechte und Pflichten für beide Elternteile.
Wohnen
Das Thema Wohnen, endlich in den eigenen vier Wänden selbstverantwortlich zu sein, ist gerade für junge Menschen wichtig. Momentan fi nden Junge nur sehr vereinzelt auch adäquaten Wohnraum in geeigneter Größe und leistbarem Umfang. Deshalb setzt die Junge ÖVP Oberösterreich in Zukunft alles daran, den Jugendlichen hier unterstützend unter die Arme zu greifen.
Starterwohnungen
Jugendliche haben oft das Problem, in der Heimatgemeinde keine geeignete Wohnung zu finden. Die Wartelisten in den Gemeinden sind oft übervoll, sodass junge Menschen ohne zu berücksichtigende Gründe, wie zum Beispiel ein eigenes Kind, kaum eine Chance auf eine geeignete Wohnung haben. Momentan besteht eine Sogwirkung in Richtung Zentralraum, da junge Menschen in den ländlichen Gemeinden schlicht keine Wohnung fi nden und deshalb in die Stadt „flüchten“ müssen. Die Junge ÖVP Oberösterreich spricht sich daher klar für einen verstärkten Wohnbau in den ländlichen Gemeinden aus.
Erhöhte Wohnbeihilfe
Die großen Ausgabepositionen wie Ablöse, Einrichtung, Anschlusskosten und eine allfällige Maklerprovision ergeben in Summe eine Kostenlawine. Eine nachhaltige Unterstützung für Junge mit erster eigener Wohnung ist dringend notwendig. Mit einer erhöhten Wohnbeihilfe, die unter gewissen Voraussetzungen an die Jugendlichen ausbezahlt wird, könnte das am besten realisiert werden. Die Überlegungen der JVP gehen dahin, dass Jugendliche bis zum 27. Lebensjahr, die ihre erste eigene Wohnung bezogen haben, für eine maximale Bezugsdauer von zwei Jahren eine erhöhte Wohnbeihilfe beziehen. Auch auf die Situation von Studierenden in Wohngemeinschaften soll in Zukunft Rücksicht genommen werden.
Generationen
Tatsache ist, dass es in der Geschichte noch nie eine Zeit gegeben hat, in der die Menschheit eine so hohe Lebenserwartung hatte wie das heute der Fall ist. Ein modernes Lebensumfeld hat es ermöglicht, dass die Lebenserwartung ständig steigt und der Großteil der Menschen sich bis ins hohe Alter einer guten Gesundheit erfreut. Diese positive Entwicklung macht im Zusammenhang mit einer sehr niedrigen Geburtenrate Reformen notwendig. Die erforderlichen Maßnahmen sollen im Dialog zwischen den Generationen erarbeitet werden.
Faktisches Antrittsalter an das gesetzliche annähern
Derzeit liegt das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Frauen bei 60 Jahren, für Männer bei 65 Jahren. Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter ist allerdings seit 1972 von 62 auf 58 Jahre gesunken, rund 80% der Bevölkerung gehen vor dem gesetzlichen Antrittsalter in Pension.
Im Idealfall leistet derzeit ein Arbeitnehmer Beiträge für 9,5 Jahre seiner Pension – bei einer durchschnittlichen Bezugsdauer von rund 22 Jahren. 2015 wird die Anzahl derer, die in Pension gehen, erstmals die Zahl jener, die ins Berufsleben einsteigen, übersteigen.
Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert daher die Sozialpartner auf, Maßnahmen zu treffen, sodass Arbeiter und Angestellte länger im Erwerbsprozess bleiben können und das tatsächliche Pensionsantrittsalter an das gesetzliche herangeführt wird. Das heißt, es müssen ausreichend Jobs für die Generation 50+ und auch 60+ vorhanden sein. Dies bedeutet aber auch, dass es Abschläge für Personen gibt, die vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter in den Ruhestand gehen.
Umgekehrt soll es zusätzliche Leistungen für jene geben, die länger im Erwerbsleben bleiben. Mit der Einführung eines Pensionskontos soll Erwerbstätigen uneingeschränkte Transparenz darüber geboten werden, wie viel schon einbezahlt wurde und wie viel es an Pension gäbe, wenn man diese sofort antreten würde.
Quelle: OECD-Schätzungen anhand von Arbeitskräfteerhebungen // Hauptverband der Sozialversicherungen
Beseitigung von Privilegien
Es müssen im Land einheitliche Regelungen für alle Erwerbstätigen und Pensionsbezieher gelten. Gewisse Berufsgruppen, wie bspw. Bedienstete der Österreichischen Bundesbahnen, genießen veraltete Privilegien, für die der Steuerzahler in hohem fi nanziellen Ausmaß aufkommen muss. Unterschiedliche Regelungen auf Bundes- und Landesebene sind ebenfalls zu beseitigen. Neben einer Überarbeitung der Richtlinien für die Invaliditätspension ist eine dringende Reform der Langzeitversichertenregelung („Hacklerregelung“) unumgänglich. Es darf nicht sein, dass eine Maßnahme von jenen in Anspruch genommen wird, für die diese Regelung nicht geschaffen wurde.
Generationen-Check für Gesetze
Auf Grund der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft wird es notwendig, Gesetzesmechanismen zu verankern, die einen gerechten Beitrag aller Generationen zur Gesellschaft sicherstellen. Bei allen politischen Entscheidungsprozessen und Gesetzen soll in Zukunft eine Überprüfung auf die Generationenverträglichkeit durchgeführt werden, bei der sowohl die Auswirkungen auf die junge als auch auf die ältere Generation evaluiert werden.
Gesundheit
Es gibt kaum ein Thema, das alle Generationen so umfassend betrifft wie Gesundheit. Einerseits muss es für Kinder und Jugendliche spezielle Angebote in der Prävention geben, andererseits braucht die ältere Generation ein umfassendes Angebot an Pflegedienstleistungen. Langfristig müssen die qualitativ hochwertige Gesundheitsvorsorge sowie die Pflegedienstleistungen sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht sichergestellt und ständig verbessert werden.
Jugendgerechte Gesundheitsförderung
Beeinträchtigungen der Gesundheit im Kindes- und Jugendalter haben langfristige Auswirkungen auf den Gesundheitszustand im Erwachsenenalter. Falsche Ernährung und mangelnde Bewegung sind Hauptursachen für Gewichtsprobleme, die bereits ab dem Kindesalter auftreten. Daher ist es unumgänglich, angepasste und umfassende Gesundheitsförderungsmaßnahmen zu setzen und auszubauen. So können einerseits Sportvereine vermehrt in den Schulalltag integriert werden. Andererseits soll im Unterricht das Thema Gesundheit und Ernährung verstärkt behandelt werden. Wenn es um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen geht, dürfen Eltern die Verantwortung nicht auf öffentliche Einrichtungen abschieben, sondern müssen ihre Vorbildwirkung wahrnehmen. Ernährungsgewohnheiten werden vom Kindesalter an geprägt und können daher nur von den Eltern maßgeblich beeinfl usst werden.
Quelle: Zwiauer 2007
Gesundheitscheck für Junge
Prävention muss bei einer nachhaltigen Gesundheitspolitik im Vordergrund stehen. Was bei der Gesundheitsvorsorge für Babys und Kinder funktioniert, sollte auch danach noch bis zum 18. Lebensjahr fortgeführt werden können. Je früher Volkskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht und Herz–Kreislauf–Erkrankungen festgestellt werden, desto effektiver und kosteneffizienter können sie behandelt werden. Auf freiwilliger Basis kann sich die Junge ÖVP Oberösterreich einen Gesundheitspass für Junge mit einem zielgerichteten Anreizsystem vorstellen. In diesem Pass sollen die vorgesehenen Impfungen und schulärztlichen Vorsorgeuntersuchungen vom Kindergarten über die Schulzeit bis hin zum Zeitpunkt der Stellungsuntersuchung vermerkt werden.
Life-Balance
Eine Balance zwischen allen Lebensbereichen (Ausbildung, Arbeit und Karriere, Privat- bzw. Familienleben, Freizeit) zu ermöglichen, gilt als eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Immer mehr Kinder und Jugendliche kommen mit dem erhöhten Druck nicht zurecht und leiden an Depressionen. Deshalb muss es für Jugendliche Anlaufstellen mit kompetenter Beratung und professionelle Unterstützung geben, die bei Problemen oder Fragen aufgesucht werden können. Gerade in diesem Bereich ist es von Vorteil, eine anonyme Beratung auch über neue Medien wie das Internet, anzubieten.
Qualitätssicherung des Gesundheitssystems
Aktuelle Diskussionen über unser Gesundheitssystem haben gezeigt, dass es durchaus Potential für Kosteneinsparungen gibt, die nicht zu Lasten der Qualität der Versorgung gehen. Ein klares Bekenntnis gibt es von der Jungen ÖVP Oberösterreich zu den Gesundheitseinrichtungen in den Regionen. Es ist allerdings nicht unbedingt notwendig, dass in jedem regionalen Krankenhaus alle Dienstleistungen angeboten oder gar Spezialbehandlungen durchgeführt werden. Zukünftig müssen Synergien besser genutzt und Spezialbehandlungen zentralisiert werden, damit auch in Zukunft die hohe Qualität des Gesundheitssystems erhalten werden kann.
Leistbare Pflege- und Betreuungsangebote
Um auch zukünftig die bestmögliche Betreuung von pflegebedürftigen Menschen erhalten und finanzieren zu können, ist es notwendig, eine neue Finanzierungsform zu entwickeln, bei der sowohl die Jungen als auch die Älteren ihren Beitrag leisten. Die Junge ÖVP Oberösterreich denkt dabei an die Einführung eines Pflegefonds. Außerdem müssen bei einer Reform des Systems die derzeit verschiedenen Zuständigkeiten der unterschiedlichen Gebietskörperschaften bei Finanzierung und Abwicklung überdacht werden. Mobile Pflegeangebote und die Betreuung durch Angehörige sind zu forcieren, um langfristig die stationären Pflegeeinrichtungen zu entlasten.
Quelle: Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Sozialpolitik, Forschungsbericht 02/2006
Integration
Integration heißt Miteinander. Miteinander lernen. Miteinander arbeiten. Miteinander feiern. Miteinander wohnen. Kurz: Miteinander leben. Integration passiert in allen Lebensbereichen und sie betrifft alle in Oberösterreich. Basis der Integrationsarbeit in Oberösterreich bilden das Integrationsleitbild des Landes Oberösterreich und der Nationale Aktionsplan für Integration. Die dort vorgeschlagenen Konzepte kommen erst dann wirklich zur Geltung, wenn auch auf kommunaler Ebene Überlegungen angestellt werden, welche konkreten Maßnahmen getroffen werden können und Integration auch gelebt wird.
Kultur und Werte
Wer in Oberösterreich auf Dauer leben möchte, muss nicht seine Kultur, seine Heimat aufgeben. Aber die Junge ÖVP Oberösterreich fordert den Respekt vor der österreichischen Rechtsordnung, der Kultur und den Werten, wie zum Beispiel die Akzeptanz und den Respekt von Frauen in der Gesellschaft, ein. Rechte und Pfl ichte gelten für alle. Verweigert man jedoch zum Beispiel den Besuch von notwendigen Deutschkursen, hält man Kinder von der Ausbildung ab oder ignoriert man die Autorität von Lehrern, dann gilt dies als mangelnde Integrationsbereitschaft und muss bspw. fi nanzielle Konsequenzen haben.
Bildung und Sprache
Der Schlüssel zu gelungener Integration ist die Bildung. Bildung schafft Chancen für jeden Einzelnen, schützt vor Arbeitslosigkeit und baut Parallelstrukturen ab. Es gilt daher alle Maßnahmen zu treffen, damit die Zeit der Ausbildung optimal genutzt werden kann. Ein Fundament unseres Bildungssystems ist die Kommunikation in deutscher Sprache. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der wichtigste Schritt für eine sinnvolle Ausbildung, für die Teilhabe an der Gesellschaft und für ein erfolgreiches Miteinander.
Kinder und junge Menschen erlernen die Sprache im Kindergarten und in der Schule. Es muss aber auch ein ausreichendes Bildungsangebot für alle weiteren Altersgruppen geben. Lebensbegleitendes Lernen umfasst auch die Sprache. Deutschkurse sind daher spezifisch für alle Bevölkerungsgruppen anzubieten.
Das Erlernen der deutschen Sprache muss von klein auf forciert werden. Insbesondere im Kindergarten und in den ersten Schuljahren ist ein Schwerpunkt auf das Erlernen der deutschen Sprache zu legen. Neue Unterrichtsmethoden und die Begrenzung des Anteils jener Schüler, die dem Unterricht in deutscher Sprache nicht folgen können, werden hierfür wertvolle Beiträge leisten.
Integration ist eine Querschnittsmaterie. Sie passiert in allen Lebensbereichen. Gelungene Integration kann daher Vorbildwirkung haben. Bewusst gelebte und erfolgreiche Integration wie zum Beispiel im Wirtschaftsleben, in der Exekutive, im Bildungs- und im Gesundheitssystem können anderen Menschen Chancen aufzeigen. Integration passiert insbesondere auch in den Vereinen. Sport-, Kultur-, Musikvereine und viele mehr sind wichtige Stützen der Gesellschaft. Gerade hier ist ein Miteinander aller möglich und muss unterstützt werden.
Asyl
Missbrauch, Verfahrensdauer und drittes Erstaufnahmezentrum
Viele Menschen suchen in Österreich, in Oberösterreich, Zuflucht, nachdem ihnen übermäßiges Leid angetan worden ist. Diesen Personen gilt es zu helfen. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens ist all jenen Asyl zu gewähren, die es brauchen. Aber es gilt jede Form des Asylmissbrauchs zu verhindern. Gesetzeslücken sind zu schließen, Verfahren zum Wohl aller Beteiligten zu beschleunigen und Instanzenzüge auf eine maximale Dauer zu begrenzen.
Das Umgehen oder das Ausnutzen des Rechtssystems muss Konsequenzen haben. Respektiert man die Rechtsordnung nicht oder verletzt man diese, darf man auch nicht in Österreich bleiben. Eine gerechte Verteilung der Asylwerber auf alle Länder und in weiterer Konsequenz die Errichtung eines weiteren Erst-Aufnahmezentrums im Süden von Österreich wird notwendig werden. So kann auch Oberösterreich nur eine gewisse Anzahl an Asylwerbern aufnehmen, wie z. B. 120 Personen im Asyl-Erstaufnahmezentrum in Thalheim. Jene Bundesländer, die ihre Quote nicht erfüllen, müssen mit fi nanziellen Sanktionen rechnen.
Zuwanderung
Rot-Weiß-Rot-Card
In Zeiten sinkender Bevölkerungszahlen braucht Oberösterreich eine geregelte Zuwanderung. Ohne Zuwanderung würde Österreichs Bevölkerung bis zum Jahr 2075 von heute 8,4 Mio. auf 5,7 Mio. schrumpfen. Die Auswirkungen für die Wirtschaft, für das Pensions- und Sozialsystem wären verheerend. Diesem Trend gilt es entgegenzuwirken. Die Einführung einer Rot-Weiß-Rot-Card ist dazu ein notwendiger Schritt. Sie ermöglicht es qualifizierten Personen entsprechend des Bedarfs am Arbeitsmarkt für eine gewisse Zeit nach Österreich zu kommen, um hier zu arbeiten und zu leben. So sollen bis 2030 rund 100.000 Fachkräfte ins Land kommen. Gerade für Oberösterreich bietet sich hier eine große Chance. Gut ausgebildete Menschen, die in Oberösterreich ihre Jobchancen nutzen wollen, sind willkommen. Vor der Einreise nach Österreich sind dabei strenge Kriterien zu erfüllen. So fordert die Junge ÖVP Oberösterreich, dass Zuwanderer Aufnahmetests wie in Kanada oder Australien bestehen müssen, keine Vorstrafe haben dürfen und dass sich die Kriterien am tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes orientieren.
Quelle: Statistik Austria, Bevölkerungsprognose 2008
Verleihung der Staatsbürgerschaft
Natürlich gibt es auch Menschen, die die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten wollen. Erfüllt man dafür die Voraussetzungen, wie z. B. rechtmäßiger zehnjähriger Aufenthalt, keine gerichtliche Verurteilung, gesicherter Lebensunterhalt und Deutschkenntnisse, ist die österreichische Staatsbürgerschaft zu verleihen. Dies soll in Zukunft nicht formlos nur durch die Erlassung eines Bescheides erfolgen, sondern im Zuge einer festlichen Zeremonie im Landhaus mit Vertretern der Regierung. Die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft ist für alle ein wichtiger und einzigartiger Akt und verdient die entsprechende Würdigung in einem feierlichen Rahmen.
Sicherheit
Videoüberwachung
Dem Sicherheitsbedürfnis einer jeden Person muss Rechnung getragen werden. Es sind daher vom Gesetzgeber und der Verwaltung die entsprechenden Schritte zu setzen. Die Grenzen bilden dabei die gesetzlichen Regelungen, wie zum Beispiel der Datenschutz oder der Schutz der Privatsphäre. Unter Gewährleistung der Einhaltung dieser Grundprinzipien trägt die Videoüberwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln und an öffentlichen Plätzen zum Schutz jedes Einzelnen bei.
Internetkriminalität
In Anbetracht der vielen Vorteile des Internets stellt das World Wide Web auch eine Quelle für Gefahren dar. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt das Internet. Mobbing im Web nimmt immer weiter zu, die Internetkriminalität steigt, vieles wird immer undurchsichtiger. Um den Einzelnen vor den Gefahren des Internets langfristig zu schützen, sind europaweite Regelungen zu schaffen, die den Schutz der User garantieren. Der Gesetzgeber hat rascher und flexibler zu reagieren, die rechtlichen Rahmenbedingungen sind anzupassen, sodass die Täter zur Verantwortung gezogen werden können.
Bereits an den Schulen ist im Unterricht auf die Gefahren des Internets einzugehen. Verstärkt hat das Aufzeigen von Gefahren, das Vermitteln eines sensiblen Umgangs mit persönlichen Daten, aber auch die psychologische Begleitung im Falle von Mobbing im Web durch Lehrer und externe Experten zu erfolgen. Neben dem Lehrkörper sind auch die Eltern über die Gefahren des Internets aufzuklären und zu sensibilisieren.
E-Voting und E-Government
Um gerade den Jungen, die verstärkt das Internet nutzen, die Mitsprache bei politischen Entscheidungen, sei es bei Europa-, Nationalrats-, Landtags-, ÖH- oder Gemeinderatswahlen, zu erleichtern, fordert die Junge ÖVP Oberösterreich das EU-Parlament auf, den sicheren Ausbau von E-Voting voranzutreiben. Auch den Ausbau von E-Government gilt es im digitalen Zeitalter zu forcieren.
Streichung der Gewissensklausel
Junge Männer haben die Wahlmöglichkeit: während die einen zum Heer gehen, absolvieren die anderen den Zivildienst. Der Zivildienst ist kein Ersatzdienst für das Bundesheer, daher sind Bundesheer und Zivildienst einander in fi nanzieller, zeitlicher und gesellschaftlicher Sicht endlich vollends gleichzustellen. In der Vergangenheit konnte die Junge ÖVP bereits viele Ungerechtigkeiten ausräumen. Beim Zivildienst muss aber immer noch die Gewissensklausel unterzeichnet werden. Durch die Weiterentwicklung des Bundesheeres und des Zivildienstes in den letzten Jahren kann der Zivildienst jedoch nicht mehr auf einen Wehrersatzdienst reduziert werden. Für die Junge ÖVP Oberösterreich ist daher klar: Die Gewissensklausel muss gestrichen werden.
Jugendschutz
Das Jugendschutzgesetz fällt in die Kompetenz der Länder. Mit der Zeit haben sich unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern herauskristallisiert. So darf etwa ein 15-Jähriger in Niederösterreich eine Stunde länger ausbleiben, als in Oberösterreich. Die Junge ÖVP Oberösterreich hält prinzipiell an der Länderkompetenz fest, ist aber für eine Harmonisierung der unterschiedlichen Gesetze, was die Ausgehzeiten, die Abgabe und den Konsum von Alkohol und Tabak betrifft. Bezüglich der Abgabe- und Konsumregelungen darf das strenge, aber gute Jugendschutzgesetz Oberösterreichs nicht nach unten nivelliert werden.
Grundsätzlich muss die Prävention und Bewusstseinsbildung zum Wohle der oö. Jugendlichen im Vordergrund stehen.
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Mobilität
Die eigene Mobilität trägt ganz entscheidend zur Unabhängigkeit junger Menschen bei. Durch neue Kommunikationsmedien rücken die Menschen aus unterschiedlichsten Regionen immer näher zusammen. Doch gerade junge Menschen sind in ihrem Mobilitätsverhalten oft auf ihre Eltern oder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Egal ob für Ausbildung, Beruf oder Freizeit – für die Junge ÖVP Oberösterreich ist klar, dass im Bereich der Mobilität den Jugendlichen keine bürokratischen und finanziellen Hürden in den Weg gelegt werden dürfen.
Führerscheinkosten für Moped- und B-Führerschein
Mobilität schafft Freiheit. Deshalb ist es auch notwendig, dass der Führerschein für jeden Jugendlichen leistbar ist. Der „B“-Führerschein gehört nach Ansicht der Jungen ÖVP Oberösterreich zur Grundausbildung junger Menschen. Die Kosten dafür steigen aber stetig an und stellen so für viele Junge bzw. für deren Eltern eine große fi nanzielle Belastung dar. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert daher, dass die Führerscheinausbildung der Klasse „B“ die Kosten von 1000,- Euro nicht überschreitet. Durch eine Mehrwertsteuerbefreiung, wie es sie auch bei anderen Bildungsangeboten (WIFI, BFI) gibt, sollte dieses Ziel erreicht werden.
Ebenso gibt es beim Moped-Schein starke Preisschwankungen. Ein Preislimit von 200,- Euro sollte hier das Ziel sein, denn gerade die 15-Jährigen haben nur sehr begrenzte Mittel. Sie sind oftmals auf das Moped angewiesen, um zum Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu pendeln. Das Modell „Mofa mit 15“ muss weiterhin für diese Altersgruppe erhalten bleiben.
Zusätzliche Kosten fallen für Behördengebühren, Arzthonorar, Erste-Hilfe-Kurs und Lernunterlagen an
Quelle: AK OÖ
Verbesserungen für Pendler
Berufstätige in ländlichen Regionen sind oft gezwungen, mit dem PKW zu ihrer Arbeitsstätte zu pendeln. Eine Überlastung der Straßen und oftmals lange Stauzeiten sind die Folge. Wie in anderen Ländern bereits erfolgreich eingeführt, fordert die Junge ÖVP Oberösterreich, dass sogenannte ‚Car Pool Lanes’ geschaffen werden. Bei neuen Straßenbauprojekten sollen diese bereits in der Planung berücksichtigt werden. Neben der Reduktion von Stauzeiten wird dadurch auch die Klimabelastung durch den Individualverkehr verringert.
Car Pool Lanes (oder auch High-Occupancy Vehicle Lanes) sind Fahrstreifen, die nur bei Stoßzeiten verwendet werden dürfen, wenn zwei oder mehr Personen in einem Fahrzeug sitzen. Bei Strecken auf denen es zu regelmäßigen Staubildungen zu den Stosszeiten kommt, sollte es möglich sein zumindest die Busspur als Car Pool Lane zu verwenden, sofern kein eigens dafür vorgesehener Fahrstreifen vorhanden ist.
Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs - Vorteilskarte
Der Bereich der Mobilität ist untrennbar mit dem Themenkomplex der Ökologie verbunden. Um die Umwelt nachhaltig zu schonen und insbesondere den CO2-Ausstoß zu minimieren, soll die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiviert werden. Dies soll durch die Modernisierung von Haltestellen, den Ausbau „Park & Ride“-Anlagen, die Erweiterung der Frequenzen und die Reduzierung der Stehzeiten erreicht werden. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert konkret, dass in Kooperation mit dem Oberösterreichischen Verkehrsverbund (OÖVV) ein Vorteilskarten-Modell für alle öffentlichen Verkehrsmittel – ähnlich wie in der Schweiz – entwickelt wird. Diese Karte soll für alle Verkehrsbetriebe des OÖVV gültig sein und kann auch bei anderen Betrieben (Seilbahnen, Schifffahrt etc …) Ermäßigungen mit sich bringen. Somit entsteht für jeden einzelnen ein spürbarer Vorteil, wenn klimaschonende Verkehrsmittel verwendet werden.
Studenten-Semsterticket
Im Oberösterreichischen Verkehrsverbund gibt es ein Semesterticket für Studierende, dies stellt aber eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die Kosten liegen bei 60% des Normalpreises und der Preis variiert je nach Anzahl der befahrenen Zonen. Die Tickets sind darüber hinaus nur für die offi zielle Dauer des Semesters an der jeweiligen Bildungseinrichtung (4, 5 oder 6 Monate) gültig. Das heißt, wer Lehrveranstaltungen in den Ferien besuchen oder Prüfungen absolvieren will, muss sich ein zusätzliches Ticket kaufen. Für die Mitbenützung der Kernzone Linz ist zusätzlich ein Aufpreis von über 20,- Euro pro Monat zu leisten. Im Vergleich zum Angebot der Linz Linien, wo ein Semesterticket für volle 6 Monate für 50,- Euro erhältlich ist, sind Studierende aus dem ländlichen Raum hier klar benachteiligt. Die Junge ÖVP Oberösterreich fordert daher ein faires und leistbares Semesterticket im OÖVV für die Studenten aus allen Regionen Oberösterreichs.
Ökologie
Den Bereich der Ökologie kann man nicht wie andere Bereiche losgelöst aus dem globalen Kontext betrachten. Die zunehmende Globalisierung, der prognostizierte Klimawandel, die Endlichkeit der Rohstoffe, ein immer höherer Verbrauch an Ressourcen und der Hunger nach Energie stellen den gesamten Globus vor große Herausforderungen. Diese Herausforderungen können nur durch europaweite oder globale Anstrengungen gelöst werden. Trotzdem hat jedes Land die Verantwortung und auch die Verpfl ichtung, seinen Beitrag zu leisten, was Oberösterreich in hohem Ausmaß tut.
Produktkennzeichnung - Klimaschutz
Waren, Dienstleistungen und Lebensmittel werden quer durch Europa oder die ganze Welt transportiert. Die Verantwortung für ein ressourcenschonendes und klimabewusstes handeln liegt aber in großem Ausmaß bei jedem Einzelnen. Dies ist aber nur möglich, wenn Produkte auch entsprechend gekennzeichnet sind. Im Sinne der Nachhaltigkeit begrüßt die Junge ÖVP Oberösterreich Initiativen auf europäischer Ebene zur Einführung eines einheitlichen CO2-Labels für Konsumgüter und Lebensmittel. Damit ist für Konsumenten klar erkennbar, welche Klimabelastung das Produkt von seiner Herstellung bis in den Supermarkt verursacht hat.
Ein CO2-Label ist eine Produktkennzeichnung , ähnlich dem Energieeffizienzklasse-Label bei Elektrogeräten, die dem Konsumenten auf einen Blick eine bessere Möglichkeit zur Kaufentscheidung geben soll.
Energie der Zukunft
Der Energiebedarf durch Industrie, Wirtschaft und privaten Konsum wird in den kommenden Jahren kräftig ansteigen. Durch die Forcierung der Elektromobilität steigt vor allem der Strombedarf. Hier gibt es durch die Effi zienzsteigerung bei der Energieerzeugung und durch Einsparungen beim Endverbraucher noch großes Potenzial. Um die Versorgung unseres Landes mit erneuerbarer Energie gewährleisten zu können, ist eine verstärkte Forschung und Entwicklung in allen Bereichen der erneuerbaren Energien notwendig. Im wasserreichen Oberösterreich müssen die noch bestehenden Möglichkeiten für den weiteren Ausbau der Wasserkraftwerke genutzt werden. Dabei sollen auch neue Technologien wie z. B. Wasserwirbelkraftwerke genutzt werden.
Ökologische Bewusstseinsbildung
Jeder Oberösterreicher ist aufgefordert, in seinem eigenen Umfeld nachhaltig und umweltbewusst zu leben, um seinen persönlichen „ökologischen Fußabdruck“ so klein als möglich zu halten. Das Umdenken hin zu einer nachhaltigen und damit ressourcenschonenden Lebensweise liegt in der Verantwortung jedes einzelnen und wird in hohem Maße durch die Vorbildfunktion der Eltern beeinflusst. Die Junge ÖVP fordert aber auch, dass Kinder ab dem Vorschulalter in Kindergärten und Schulen eine nachhaltige Lebensweise erfahren und gelehrt bekommen. Diesbezüglich soll die ökologische Bewusstseinsbildung ein fixer Bestandteil, beispielsweise im Biologie- und Umweltkunde-Unterricht an den Schulen, sein.
Der Ökologische Fußabdruck stellt die Flächer dar, die benötigt wird, um die Rohstoffe zur Verfügung zu stellen, die ein Mensch verbraucht.
Das Problem: Es bräuchte drei Planeten von der Qualität der Erde um alle Menschen auf unserem Verschwendungsniveau leben zu lassen. Bei fairer Verteilung stehen nur 1,8 Hektar für jeden Menschen zur Verfüng. 2003 war der Fußabdruck aller Menschen bereits 25% zu hoch.
Quelle: Lebensministerium
Landwirtschaft
Durch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft und durch den wachsenden Preisdruck der Märkte werden bäuerliche Betriebe in Oberösterreich vor neue Herausforderungen gestellt. Die Zukunftsmärkte der oö. Landwirtschaft liegen in der Produktion hochwertiger Lebensmittel, der Energieerzeugung und dem Tourismus. Die Energieproduktion (Hackschnitzel, Elefantengras, Biodiesel und Biogas) kann hier ils eine Möglichkeit zur Erwirtschaftung bäuerlichen Einkommens gesehen werden. Die bestehenden Förderungen sollen weiter fortgeführt werden, denn sie tragen maßgeblich zur Entwicklung unseres Landes – in ökologischer und wirtschaftlicher Sicht – bei. Um die Artenvielfalt, die Kulturlandschaft und das Landschaftsbild und damit den wertvollen Lebensraum Natur für Mensch und Tier zu erhalten, muss das Augenmerk auf nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen und auf nachhaltigen Tourismus gelegt werden. Für die Junge ÖVP Oberösterreich bedeutet das ein klares Nein zur Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut.









































